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Und die Liebe ist mein Atem - März 30, 2024

Und die Liebe ist mein Atem 05

Und eines Morgens bebte die Erde. Die Menschen liefen aus ihren Häusern und Höhlen und schrien gen Himmel. Sie warfen sich auf den Boden und beteten zu ihren Göttern, flehten um Gnade und trösteten einander in ihrer Not. Sie meinten, dass dies wohl die Strafe des Allmächtigen sein musste. Ich aber, der die Kraft der Elemente kannte, sagte nur: “Solltet Ihr Euch nicht eher der Schande erinnern, die ihr im Verlauf der Jahrtausende den großen Wundern des Lebens angetan habt? Besinnt Ihr Euch nicht mehr der Ergüsse des Gifts, des Kahlschlags der Bäume, der Tötung von Wiesen und Blumen? Kennt Ihr nicht mehr die Ausrottung meiner Freunde in den Meeren? Schmückt Ihr Euch nicht immer noch mit den Zähnen, Beinen und Augen derer, die das Glück des Lebens erkannten? Missachtet Ihr nicht stets, was Euch die Stimmen des Windes, der Wogen und der Wälder zu sagen haben? Stürzt Euch also nicht auf den Boden und heult, wie hilflose Geschöpfe, sondern seht endlich, was man Euch zeigt, hört, was man Euch sagt und fühlt, was man Euch leben lässt!”

Und plötzlich war es still. Einer aber schrie: “Hört nicht auf ihn, ich kenne diese Kreatur! Er will uns alle ins Verderben treiben!” Auf einmal riefen alle durcheinander. Sie schrien sich zu und liefen wirr umher.

Der eine, der glaubte, einen Zauberer zu sehen, rannte auf mich zu, versuchte mich zu packen und … . Doch es geschah etwas Wundersames. Denn in diesem Moment tat sich die Erde auf. Er, der mich verscharren wollte, wie er es bei all den anderen tat, die liebten, verlor sich in der ewigen Tiefe des Abgrunds.

Die Wunder, die ich in meinen Träumen sah, wurden also wahr. Man gab mir so die Kraft, die ich zur Rettung meines Ursprungs einsetzte, tausendfach zurück.

So zeigt sich mir der Geist der göttlichen Elemente. Denn die Zweifler wissen nicht, dass alles ewig ist und nichts vergänglich.

© Tom Landon, Autor – alle Rechte vorbehalten