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Health - Politics - Technology - Januar 9, 2024

Buch ‚ZIONSWERK‘ – Kapitel 10

Nun stellen Sie sich bitte vor, Sie seien ein gewisser „Quark Zuckerzwerg“ und würden eine soziale Plattform mit Namen „Blödbuch“ betreiben. Ihr vorrangiges Ziel ist es, Menschen nachhaltig zu entzweien. Ja, in der Tat. Denn durch die Möglichkeit, eines der zahllosen lachenden oder dummen Gesichter („Smilies“) an den Kommunikationspartner zu senden, sich zudem einer üblen Virtualität der Sprache („GLG“, „LOL“, „ILY“, „MILF“, „FY“ et cetera) zu bedienen, meiden Menschen einander, unterlassen das persönliche Gespräch und meinen gar, jeder erfundene „Blödbuch-Freund“ stünde für die Bereicherung des persönlichen Lebens.

Wie? Sie verfügen über 5.000 Blödbuch-Freunde und sind absolut davon überzeugt, dass Ihnen mindestens 10 davon beistehen, wenn Sie in Not sind? Sie sind wirklich ein selten dummer Haufen – aber auch! Selbst ich, jener Schreiber, welcher Sie seit bald einer Stunde beinahe ausnahmslos beleidigt, Ihnen wiederkehrend ungekürzt, unzensiert, hemmungslos die Wahrheit in Ihr Dönergesicht pustet, bin Ihnen eher Freund, als eine der erfundenen Identitäten auf „Blödbuch“.

Wie geht es Ihnen eben? Haben Sie Bauchschmerzen? Probleme beim Kacken? Welche Farbe hat Ihr Urin? Trinken Sie auch ausreichend? Haben Sie Sorgen? Brauchen Sie Hilfe? Pickel im Gesicht? Zukunftsängste? Sehen Sie, ich interessiere mich mehr für Sie und Ihre Befindlichkeit, als eine dieser lausigen WWW-Bekanntschaften, welche es zu 90% – wie darf ich sagen, um Sie ausreichend zu schockieren – nicht gibt. Ja, es sitzen alleine in Deutschland gut 15.000 Langzeitarbeitslose (welche ob ihrer Spionagetätigkeit als „beschäftigt“ gelten und so die Arbeitslosenstatistik schleifen helfen) vor ihren Computern, bedienen rund 2.500.000 (2,5 Millionen) Blödbuch-Konten, erhalten monatlich EUR 800,00 aufwärts, einen feinen Sozialversicherungsplan und LKA-/BKA-/Polizeischutz, um Sie (ja, Sie) täglich auszulesen, aus zu spionieren und zu ergründen, ob Sie sich auch keinesfalls von Ihrer verf***ten Systemtreue entfernen. Wie? Das wussten Sie nicht?

Wann hatten Sie zuletzt einen Orgasmus? Ach! Das wissen Sie auch nicht? Sehen Sie, Ihr Leben läuft recht bescheiden. Eben sehe ich, dass Ihnen etwas Döner-Sabber aus dem linken Mundwinkel läuft. Beim Speisen sollte man den Mund auch schließen. Soso, Sie staunen? Hm. Dann gleich die nächste Geschichte.

© Tom Landon, Autor – alle Rechte vorbehalten