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Schweinedoping - März 27, 2024

Schweinedoping 07

Titel des Kapitels: „Wo ist Eden?“ In der Zeit des alten Christentums erkannte man das irdische Eden in einem Gebiet zwischen Euphrat und Tigris, dem Zwischenstromland.

Beschrieben wurde Eden als der Ort terrestrischen Glücks, der Fruchtbarkeit und der Liebe. Trotz geschichtlicher und geographischer Kenntnisse um den Garten Eden ranken sich seit nunmehr Jahrtausenden Vermutungen und Gerüchte platter Art um dieses irdische Paradies. Die Frage deshalb: Wo ist Eden?

Lassen Sie uns erörtern, später philosophieren und wünschen. Eden – und das ist unbestritten – gilt als Ideal der Lebenswilligen. Irdisches Glück in dauerhafter Form steht für den Inhalt dieser Idealisierung. Geprägt ist die Menschheit von Kriegen, Opportunismus und Eigensinn. Und doch darf man annehmen, dass trotz Böswilligkeit und Missetat sich jeder Mensch nach edenähnlichen Zuständen sehnt. Man bedenke nur die Herrlichkeit der Einsicht, sich nicht mit den Vorgaben von Gewalt- und Absolutherrschern auseinander setzen zu müssen (aktuelle politische Gefüge entsprechen dem genannten Dilemma durchaus). Jeder Morgen wäre ein neuer Anfang, die Fortsetzung unendlicher Freude und Harmonie.

Diese Vorstellungen sind keineswegs „zu träumerisch“. Denken Sie an die Absichten und Handlungen eines Haus- und Grundstücksbesitzers: Was immer auch zur Verschönerung und Komplettierung des Heimes beitragen kann, wird getan. Nun legen wir also die Bestrebungen des Hausherrn auf die des gerechten Volksvorstehers um. So wie der Hausmann nun sein Grundstück pflegt, bepflanzt und einladend gestaltet, kann auch der Staatsmann zur Schaffung eines Zuhauses für das von ihm vertretene Volk sorgen.

Natürlich höre ich Ihre Kritiken um die Fähigkeiten und charakterlichen Qualitäten eines Obersten. Und doch ist hier zu entgegnen, dass sich jedes Volk seine Herrschaft wählt. Das Wählen seines Umfeldes muss nicht unbedingt die politische Wahl meinen. Da sich nun jeder Mensch dort niederlässt, wo es ihm gefällt und sich dann auch viele Menschen da ansiedeln, wo es vielen beliebt, kommt es der streitbaren Natur des Menschen wegen zu Konflikten.

Doch lassen Sie uns nun mit dem Wünschen beginnen: Wünschen und erbitten wir uns geistige Fruchtbarkeit und Kinder, die das Abbild unseres Ideals darstellen. Wünschen wir uns Frieden und streben wir diesen an, wo immer es uns möglich ist. Helfen wir mit voller Kraft jenen, die unserer Hilfe deshalb bedürfen, weil sie die Opfer von Ungerechtigkeit und Argwohn sind. Erdenken wir uns die Fähigkeit, Recht und Unrecht zu unterscheiden. Denn wahre und alles umfassende Gerechtigkeit ist die Grundlage jeden Friedens. Ersehnen wir uns unendlich große und starke Gefühle zum Erkennen von Liebe, nötigem Beistand und Treue. Und sollten Sie sich nun schon unwohl fühlen, mit all diesem Wünschen und vermeintlich frommen Hoffen, so ziehen Sie weiter, in der Erkenntnis um die große Entfernung zu Ihrem persönlichen Eden.

Oft wird sie genannt, die sprachliche Phantasie, gepaart mit rhetorischem Geschick. Tatsache aber, dass der Zustand Eden – dem der glaubt – immer möglich ist. Und: Vergessen Sich nicht, wo Sie sind und weshalb Sie da sind, wo Sie eben sind. Denn Eden ist jetzt und hier.

© Tom Landon, Autor – alle Rechte vorbehalten