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Schweinedoping - März 22, 2024

Schweinedoping 06

Titel des Kapitels: „Das Auge – Tor zur Seele“. Nur ein Blick reicht oft, um dem geliebten, verachteten, gehassten oder begehrten Menschen zu sagen, was man fühlt. Die Augen alleine können es, uns Instrumente optischer Empfindungen zu sein.

Das gut geöffnete Auge steht für Aufrichtigkeit, Weltinteresse und Wissbegier. Schlitzt ein Mensch seinen Sehapparat, so vermutet man Hinterlist, geistige Anstrengung oder Aggression. Geschlossene Augen stehen für Entspannung, Trauer oder Schlaf.

Erstaunlich nur, dass viele Individuen – nicht nur der Mensch – in Sachen Sehverhalten ähnliche Reaktionen auf optische Reize zeigen. Schreck oder Überraschung lassen das betreffende Wesen seine Augen weit aufreißen. So scheint gesichert, dass keiner der wichtigen „Vor-der-Flucht-Reize“ entgeht. Müdigkeit führt durchwegs zum stufenweisen Schließen der Augen. Die Gründe: Das Sehen – als Ergebnis von Sehfähigkeit – gilt längst als einer der energieaufwendigsten Sinne fleischlicher Körper. Die etappenweise Abschaltung der Augen spart so Energie und lässt gesamtheitliche Entspannung zu. Zudem schützen die geschlossenen Augenlider die enorm empfindliche Bindehaut vor Verletzungen im Schlaf.

Das gegenständliche und wohl wichtigste Sinnesorgan im menschlichen Kopf wurde – abgesehen von klinisch-kühlen Analysen – bereits vor Jahrtausenden zum Mythos. Die Möglichkeiten des Irislesens, der stimmlosen Hypnose oder des ekstatischen Augenrollens der Indios fanden deshalb schon in den Keilschrift Aufzeichnungen der alten Ägypter Erwähnung.

Die Frage deshalb: Auf welche Weise transportiert das Auge optische Wahrnehmungen, wie Licht, Dunkelheit, Farben oder Spiegelungen? Die Antwort simpel formuliert: Die optischen Möglichkeiten des Augenkörpers (Pupille, Regenbogenhaut, Augenfüllung usw.) lassen es zu, dass oben beschriebene Empfindungen in Form von elektronischen, statischen und chemischen Reizen über den Sehnerv an das Hirn weitergereicht werden können. Ebenda wird aus der Summe dieser Mitteilungen das gesehene Bild rekonstruiert und so auch für das Gehirn „sichtbar“, wie verwendbar gemacht.

Gilt einer dieser Reizempfänger/-leiter als defekt, so ergeben sich Symptome, wie Sehunfähigkeit, Farbenblindheit oder unscharfes Sehen. Geringe Fehler am Sehapparat, wie Kurz- oder Weitsichtigkeit, Schielen, Star oder Hornhautverkrümmung können dieser Tage annähernd rasch und unkompliziert behoben werden.

Moralische Blindheit jedoch scheint unheilbar. Klar. Trotzdem bestehen wesentliche Zusammenhänge zwischen Beschaffenheit der Augen eines Sehers, seinem Gemüt, der Faltenbildung um die Augen und der Sehfähigkeit im Verlauf von Emotionen.

Phrasen, wie „blind vor Neid/Hass/Liebe“, „geliebter Augenstern“, „jetzt und augenblicklich“, „aus den Augen, aus dem Sinn“ oder „eine Augenweide“ lassen tatsächlich auf Verbindungen von Gefühlen und Sehleistung wie Sichtweisen schließen.

Doch (un-)weitab klinischer und psychologischer Betrachtungen erweist sich das Auge jedes Lebewesens als unendlich genial konstruierte und wunderbare „Einrichtung“ im Dasein eines Individuums. Glücklich zudem jene, welche über das „dritte“, sogenannte „geistige Auge“ verfügen. So sind für den Besitzer eines solchen selbst Anschauungen nach dem Schließen der Kopfesaugen möglich, Erkenntnisse nicht vom Sehvermögen abhängig und optische Blindheit kaum von Bedeutung.

Dass jedoch Frevler und Lügner bei ihrem Augenlicht auf die „Echtheit gemachter Aussagen“ schwören, lässt bei vielen Menschen Undankbarkeit trotz vorhandener Sehkraft erkennen. Demnach müssten wohl Millionen von Zeitgenossen optisch blind und hilflos sein.

Die wahren Blinden jedoch kämpfen um ihr gesamtheitliches Sehvermögen. So betreiben diese Sport, schreiben Bücher, führen glückliche Zweisamkeiten – ohne funktionierende Augen.

Die Blinden, liebe Leute, sehen mit den Ohren und dem Herzen! Die „Sehenden“ zu oft nicht einmal mit den Augen des Schädels. Beim Kommunizieren schauen Sie deshalb immer in die Augen Ihres Gegenüber. Verfügen Sie nämlich über echtes Sehvermögen, so können Sie Absicht und künftiges Treiben von den Augen Ihres Partners ablesen.

Geplanter Schaden, Hinterlist und Abneigung lassen sich so nicht verbergen. Die Moretaten werden sichtbar, bevor getötet. Des T****** Drängen – just zu merken. Denn Schande, Unwahrheit und auch Betrug führen die Blicke eines Menschen stets abseits.

© Tom Landon, Autor – alle Rechte vorbehalten