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Criminal Law - Februar 9, 2024

Buch ‚SCHWEINEDOPING‘ – Kapitel 02

Titel des Kapitels: „Pseudo-Branche, Pseudo-Könner“. Seht auf, dort hungert sie, die Masse von Experten! Da trippeln sie in ihren Startboxen, die Medien Designer, Werbegrafiker, Netzwerk Administratoren, Marketing-Assistenten, Computer-Fachleute und Luftblasen-Produzenten! Nichts gegen die Branche, nichts gegen die Könner. Doch der Mehrteil jener „angehenden Macher“ hat noch kaum seine Einschreibebestätigung in der Hand und will den Titel tragen! Tatsache auch, dass die europäische Wirtschaft technik-hörig geworden ist. Die „Produktion von Sparten-Idioten“ geht voran. Die Talfahrt der IT-Branche („IT“ = information technology) führt mit „Highspeed“ in das „schwarze Loch“ des technokratischen Untergangs. Nun, das dieses Online-Magazin produzierende Unternehmen selbst entwickelt Software, Webs (Internet-Homepages/-anbindungen) und e-Commerce Lösungen (Vertriebsmöglichkeiten über das Internet). Umso fundierter und nüchterner die Erkenntnis zur Kritik: Jeder IT-begeisterte Ranzenträger und/oder Schulabbrecher verblüfft den echten Fachmann eher, als der stolze Inhaber von Stapeln an Papier (Zeugnissen). Die Branche wird gekillt. Gedolcht von dummen Köpfen – dem Großmut vieler Bosse. Beispiele gibt es viele: Alleine der margenkaschierende Abbau tausender Mitarbeiter bei den weltgrößten Unterhaltungselektronik Konzernen lässt die Ohren wackeln. Noch im Jahre 2001 werden weltweit – so die Ankündigungen der Computer- und Software-Riesen – 3 bis 6 Millionen Menschen aus der Technologie-Sparte ihren Job verlieren!

Vor einem Jahr noch boomte das Investment in die per Begeisterung verhökerten Technologie-Werte der mächtigsten aller Börsen. Suchmaschinen-Anbieter („Suchmaschine“: Möglichkeit zum Auffinden von Inhalten nach Stichworten), Entwickler und Provider („provider“ = Service-Anbieter) von Gratis-Diensten, Online-Store-Holder und andere aus der intensiven Nutzung des Internets legten Bruchlandungen hin, wie sie die europäische Finanzwelt noch nicht gesehen hatte.

Aber: Die „geldigsten“ aller potentiellen Investoren in Klein- und Kleinstfirmen mit möglichen Chancen sind nicht gewarnt. Es scheint, dass schon die Erlangung des Firmenzusatzes „AG“ (Aktiengesellschaft) reicht, um die Geberhand des Geldfuchses vorhabenfreundlich zu bewegen. Die größten, meist auf Pump beworbenen und schillerndsten aller betriebswirtschaftlichen „Luftblasen“ finden mit Sicherheit die finanzstärksten Investoren. Tatsache.

Diesem erstaunlichen Treiben nicht genug: Es gibt nun „Rand- und Wucher Zuwachs“ („Wucher“ – gemeint wie „abnorm wachsend“) zu einer Branche (IT), die für sich schon schwer fassbar ist: So melden sich nunmehr „Domain-Anwälte“, „Branchen-Analytiker“, „Technologie-Philosophen“ und „Computer-Psychologen“ zum Mandat. Unfassbar – aber wahr. Auch der Jargon der „Kids“ von heute klingt geprägt: „SMS“, „Gamepad“, „Flatrate“ und „Headset“ sind gebräuchlicher, als „danke schön“, „bitte sehr“ und „guten Tag“.

Die Entwicklung eines der nun mächtigsten und gleichzeitig anfälligsten (keine IT ohne Strom) Marktes geht eindeutig fehl. Anstelle
bereits vorhandene Bedürfnisse qualitätsvoll zu decken, drängen immer offensivere Elektronik-Anbieter in den „Handel mit Virtualität“. Ein „in diesem Jahr hat unser Unternehmen den Umsatz gehalten“ zählt nicht. Es muss vielmehr heißen: „Und wieder haben wir den Absatz verdreifacht!“ Ob gelogen, frisiert oder tatsächlich erreicht: Die Umsätze der IT-Branche und deren betrieblicher Bestand haben nun Stagnation erfahren. Konkurrenten bekriegen sich, anstelle die Masse möglicher Kunden durch Qualität, Lieferpünktlichkeit und Beständigkeit in der Produktion zu überzeugen. Es werden rechtsverdreherische und paragraphendehnende Hunger-Advokaten engagiert, die nur einen Befehl kennen: „Störe die Besseren am Besser-Sein!“ Und exakt hier hört sich der Spaß am Werken in der Sparte auf. Innovatives und gewinnbringendes Schaffen wird so erschwert, gestört, gestoppt.

Und die Moral von der Geschicht‘: Die wahren Könner wollen Kies. Und nicht zu wenig. Weil aber die Finanzierung teurer Jobs unmöglich wird, nimmt man eher noch die „Branchen-Nutten“, die Anbieter durchschnittlicher Kenntnisse. Folge: Ein ganzer Personalstamm „verblödet“ fachlich. Der Schluss: Die gesamtbetriebliche Qualität kann nicht aufrecht erhalten werden. Weniger talentierte Mitarbeiter werden freigesetzt. Entlassen. Und wieder stirbt ein IT-Koloss – der noch nie einer war. Doch mit dem Miniriesen ist auch der Investoren-Rubel hin. Dahin. Und das alles nur, weil jeder glaubt, ein Experte zu sein – in einer Pseudo-Branche mit ihren Pseudo-Könnern.

© Tom Landon, Autor – alle Rechte vorbehalten