myfather.blog

Wenige Sekunden ...

Corruption - Criminal Law - Finance - History - Politics - Technology - Januar 23, 2024

Buch ‚ROTE SAU‘ – Kapitel 18

Zurück in das Jahr 2012: Da der Folgetermin zur vertragsweisen Fixierung bezüglich des Erstprojekts (der Hotellerie Applikation) eine Woche später stattfinden sollte, kontaktierte ich vorsorglich den Stadtrat (Natter*), um dessen Meinung zum nach österreichischer Judikatur illegalen Vorhaben des manipulativen Zugriffs auf Glücksspiel Automaten zu erfragen. In wüstem Ton bedrohte mich der Stadtrat mit dem Entzug seiner Protektion für den Fall, dass ich das seitens der NOVOMATIC-Riege dringend benötigte Applikat nun doch nicht erstellen wolle. Schließlich – so der Stadtrat – stünde es mir nicht zu, zwischen gut und böse, richtig und falsch zu differenzieren, lediglich und einzig Dankbarkeit dafür zu zeigen, dass man meine Arbeit entsprechend honoriere.

Zwischenzeitlich wurde ich gebeten, ein DMS (“document management system“) für den Magistrat der Landeshauptstadt St. Pölten zu konzipieren, um die enorme Datenflut aus dem Fundus der Stadtarchäologen zu bewältigen. Gerne kam ich der gewünschten Angebotslegung nach und verfügte mich pünktlich zur Erstbesprechung in das Büro des aktuellen Kulturverwalters, welcher mich ad hoc auf meine Bedenken im Diskurs mit dem Stadtrat (außer Dienst) ansprach. Die Vergabe des Auftrags zur Entwicklung des digitalen Archivs sei keineswegs einfach, da jene per Einstimmigkeit im Kreise der Stadträte beschlossen werden müsse und zudem abgewartet werde, ob und wie ich das Software-Projekt für den Glücksspiel-Konzern realisieren könnte. Sofort war mir klar, dass die wiederkehrend in den Gazetten des Landes publizierten Finanzierungen zahlreicher SPÖ-Vorhaben durch die NOVOMATIC AG die schier unendliche Loyalität der Genossen ausmachten.

Doch wie im Detail funktioniert die keineswegs nach dem Zufallsprinzip konzipierte Automatisierung des digitalen Glücksspiels? Nun, Grundlage des listigen/praktizierten Fernzugriffs auf die Automaten des Glücksspiel-Konzerns ist die betrügerische Vollsteuerung des jeweiligen Apparates. Technisch ist jene ähnlich zu bewerkstelligen, wie die Anbindung eines handelsüblichen Personal Computers an das Internet. Die hier beschriebenen Geräte des österreichischen Monopolisten verfügen größtenteils über standardisierte LAN-Adapter (“LAN“ = “local area network“ = “lokales Netzwerk“), welche den Internet-/Netzwerk-Zugang erst möglich machen. Das meist abenteuerlich lackierte Gehäuse des Automaten hat an Funktion wenig zu bieten, entspricht also einer dummen wie leeren Hülle, welche lediglich das Display (den Bildschirm), eine spezielle Tastatur (meist einfache, doch robuste Knöpfe), eine Kamera (!) sowie die Mechatronik zur Geldeingabe und einen CHIP-Karten-Leser in sich zeigt. Rückwärtig läuft zudem permanent ein Lüfter zur Kühlung der im Gehäuse verbauten Mikroelektronik. Jeder dieser Spielautomaten verfügt aufgrund der notwendigen Alleinstellung und des für den Fernzugriff nötigen Internet-Zugriffs über eine sogenannte “IP-Adresse“ (“IP“ = “Internet Port“), welche der einzigartigen Hausanschrift des jeweiligen Bewohners oder vielmehr dem oft publizierten “digitalen Fingerabdruck“ ähnelt. Diese Verbindungsvariante kann zudem “verschlüsselt“, also zusätzlich gesichert erfolgen. Man spricht hierbei von einer sogenannten “SSL Session“ (“SSL“ = “Secure Sockets Layer“) oder “TLS“ (“TLS“ = “Transport Layer Security“), welche die gänzlich chiffrierte Datenverbindung meint.

Sinniger Weise bedient sich die Horde an betrügerischen Automatenaufstellern also der gesicherten Standard Verbindung, um den Datenfluss während des Betrugs am Spieler zu verbergen. Jene nach Belieben und ohne Kenntnis des Spielers herstellbare semi-permanente oder permanente Verbindung bedeutet im Klartext den vollen Zugriff auf den Automaten, welchen der Spieler eben in der Hoffnung auf Gewinn bedient. Da NOVOMATIC (ADMIRAL) Spieler-Karten (ähnlich den EC-/Bankomat-Karten) ausgibt, welche neuerdings mit Inhaber-Photo versehen sind, diese (Karten) den Zugang zum jeweiligen Automaten-Casino sowie die Nutzung des präferierten Automaten selbst erschließen, werden vom Casino-Betreiber nach dem Prinzip des “DH“ (“DH“ = “Data Harvesting“ = “Datenernte“) Informationen bezüglich Wiederkehr, Spielverhalten, Anzahl und Ausmaß des Gewinns, Summe des Gesamtverlustes, Sitzungszeiten, Dauer und Anzahl von Unterbrechungen, Begleitkonsumationen (Getränke, Speisen, Tabakwaren) und selbstverständlich auch Personendaten, wie Anschrift, Ausweisnummer und Geburtsdatum gesammelt sowie ausgewertet. Auf diese Weise optimiert die NOVOMATIC AG in vollem Wissen ihrer SPÖ-Aufsichtsräte und zulasten des “kleinen Mannes“, ja sogar ohne Rücksicht auf die wirtschaftliche und gesellschaftliche Befindlichkeit des verlustigen Spielers, die eigenen Zugewinne. Um die nachteilig behaftete Medienpräsenz des Glücksspiel-Konzerns zu relativieren, kauft die NOVOMATIC AG den zur Betrugsklage bereiten, doch längst ruinierten Spielern wiederkehrend deren Streitwerte ab und findet in dieser Form der außergerichtlichen Lösung die vollends selbstzerstörerische Zustimmung des Beinahe-Rechtsgegners. Dieses “Spiel zum Spiel“ läuft sodann dermaßen ab, dass ein durch die parasitäre Taktik des Milliarden-Konzerns Geschädigter mit der “Entschädigungszahlung“ des Möchtegern-Monopolisten in eines der nächst gelegenen Automaten-Casinos der NOVOMATIC AG wandert, um die eben “lukrierte“ Schweigegeld-Zahlung zugunsten des betrügerischen Automaten-Aufstellers zu verzocken.

Um diese diabolische Verkettung von illegalem Zugewinn, politisch-konspirativer Segnung und mafioser Strukturierung zu brechen, hilft einzig die kurzfristige wie unerwartete Organisation von Hausdurchsuchungen, Beschlagnahmung von Automaten zur Beweisführung und Versammlung von Geschädigten wie Insidern. Freilich liegt dies keinesfalls im Interesse der Sozialisten (“Sozialdemokraten“) Österreichs. Denn: Blickt man in die niederösterreichische Landeshauptstadt St. Pölten, so lässt sich anhand der dortigen Vorkommnisse exemplarisch die trickreiche Clan-Politik unschwer ausforschen. So gibt sich der schwergewichtige Abgeordnete zum österreichischen Nationalrat Anton Hainzl in Begleitung seiner SPÖ-Genossin Heidemaria Onodi den in Wirtschaftskreisen zahlreich ausgerufenen Gelagen hin, nimmt demonstrativ hochpreisige Kunstwerke aus dem Verkaufsbestand spendabler (weil in Schuldposition befindlicher) Händler entgegen, diniert wiederkehrend und bevorzugt mit der Geschäftsführung der NOVOMATIC Tochter HTM und verfügt sich unter Zeugen in den Kreis bekannter Doppel- wie Dreifachfunktionäre. Nimmt man nun Bezug auf die nicht enden wollenden Anschuldigungen zulasten des Glücksspiel-Konzerns, welche allesamt unter Titulierungen, wie “Anklage wegen Gesetzeskaufs“, “Strafanzeige wegen Betrugs“ und ähnlich schwerwiegend geführt werden, so erscheint selbst unüberlegt als logisch, weshalb die bereits unappetitliche Nähe der SPÖ-Politiker zur NOVOMATIC AG langfristig geduldet, ja sogar gepflegt und weiter forciert wird.

In der Tat nehmen die Geräte der Automaten-Casinos “ADMIRAL SPORTWETTEN“ (beispielsweise jene in der Wiener Mariahilfer Straße) anstelle des per Gesetz geregelten Maximaleinsatzes in Höhe von EUR 0,50 bis zu 300,00 EUR (!) auf, pro Spielsitzung kann der Bediener (Spieler) somit bis zu 25.000,00 EUR in den Automaten einschieben. Problemlos verspielen Schüler und Studenten deren Taschengeld, die Einhaltung von Zutrittsbeschränkungen für Minderjährige wird gänzlich missachtet und/oder dermaßen umgangen, dass ein eben volljähriger Casino-Besucher in Begleitung und Anwesenheit seiner minderjährigen Geldgeber und Spekulanten die Automaten der NOVOMATIC AG füttert. Um die über nunmehr drei Jahrzehnte des Bestands der NOVOMATIC AG angehäuften Milliarden
schleichend versickern zu lassen und dermaßen eine Form der durch die SPÖ-Regierung “geduldeten Geldwäsche“ vor zu nehmen, investierten die Köpfe des Glücksspiel-Konzerns per November 2012 gar in jene von Unternehmer Rudolf Haberleitner gegründete TAP Dayli Vertriebs GmbH, welche aus dem gefallenen Imperium der Drogerie-Kette Schlecker hervor ging. NOVOMATIC sicherte sich auf diese Weise eine beinahe steuerfreie Investitions-/Veranlagungsvariante, welche zusätzlich Betriebsstandorte für Spielautomaten in den Dayli-Ländern Österreich, Italien, Deutschland, Polen, Belgien und Luxemburg fixieren hilft.

Führt man sich die Schimmelpilz-artige Erweiterung des Wirkens eines Kombinats NOVOMATIC-SPÖ-ORF-Kronen-Zeitung vor Augen, so wird die langfristige und gewaltige Symbiose auch bei Analyse der innigen und medienwirksamen Freundschaft zwischen KRONEN ZEITUNG-Gründer Hans Dichand (geboren am 29. Januar 1921 in Graz, † 17. Juni 2010 in Wien) und dem aktuellen österreichischen Bundeskanzler Werner Faymann transparent. Da sich Dichand im April 1959 durch den Kauf der Titelrechte zum Preis von ATS 170.000,00 offenbar völlig verausgabt hatte, sprang der einstige Vizepräsident des österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB), Franz Olah (SPÖ), ein und sorgte für die Kredit-weise Beschaffung von ATS 12.000.000,00 aus dem Bestand der Zentralsparkasse des Landes. Die auf jene Weise geschaffene Verpflichtung zur Dankbarkeit ließ Dichand und seine “Neue Kronen Zeitung“ zur Hofschrift der österreichischen Sozialisten werden und selbst die abwegigsten Regierungsbeteiligungen der Sozialdemokratie plausibel schreiben.

In Folge wurde – so der Gegenwartsbezug – auch der heutige österreichische Bundeskanzler Werner Faymann heran gezogen, dessen politisches Genie selbst bei detaillierter Recherche unentdeckt bleibt. Trotz bekannter Zivilversager-Qualitäten des selbst ernannten “Studenten der Rechtswissenschaften“ (Faymann hatte lediglich die Einführungsvorlesung besucht) erlangte der heutige Kanzler der Republik im Jahre 1979 immerhin die Qualifikation des Taxifahrers und avancierte hernach zum Zivildiener im Auftrag des SPÖ-Vereins “Junges Wien“. Bereits im Jahr 1981 erfuhr Faymann eine dramatische Beförderung zum Landesvorsitzenden der SJ (“SJ“ = “Sozialistische Jugend“), um in jener Position anlässlich des Papstbesuchs (Johannes Paul II.) die unsinnige Organisation eines “Anti-Papst Festes“ vor zu nehmen. 1985 bekleidete Faymann die Stelle des Konsulenten im Dienste der Zentralsparkasse und verdingte sich zudem bis 1994 als Abgeordneter zum Wiener Gemeinderat. Im Stile großer Sozialisten gab sich Faymann einer beruflichen Parallelität hin und genoss unbehelligt von 1988 bis 1994 satte Bezüge als Geschäftsführer und Landesvorsitzender der Wiener Mietervereinigung. Noch Jahre vor seiner Montage zum roten Bundeskanzler war Faymann Partei-intern in dessen Eigenschaft als kriecherischer Denunziant und Nestbeschmutzer bekannt, positionierte sich medienwirksam an der Seite seines “Onkel Hans“ (Dichand/NEUE KRONEN ZEITUNG/ohne
verwandtschaftlichen Bezug), sicherte sich eine Exklusiv-Position am Anus des aktuellen ORF-Generaldirektors Dr. Alexander Wrabetz (SPÖ- Mitglied und ehemaliger Bundesvorsitzender des Verbandes Sozialistischer Studenten Österreichs) und startete aus der Deckung des listigen Unbegabten seinen Feldzug gegen Haider, Strache, Petzner, Pilz und andere Persönlichkeiten mit ziviler Bildung.

Im Dezember 2011 ernannte SPÖ-Handlanger Wrabetz den bisherigen Leiter der “SP-Fraktion“ des ORF-Stiftungsrates (Nikolaus “Niko“ Pelinka, Jahrgang 1986) und Sohn des SP-Journalisten Peter Pelinka ohne zwingend notwendige wie öffentliche Ausschreibung mit Gültigkeit per 1. Januar 2012 zum Chef seines Rundfunk-Büros. In Sozialisten-Manier annoncierte man unter dem Druck öffentlicher Kritik die unsinnige “Nachreichung einer Ausschreibung“, welche wohl die Formalitäten des Procederes, keineswegs jedoch die Rechtmäßigkeit der hoch dotierten Positionierung zum Büroleiter stützen konnte. Als in den Wochen des jungen Januar 2012 die Protestrufe politisch anders denkender ORF-Redakteure nicht enden wollten, zog SPÖ-Spross Nikolaus “Niko“ Pelinka seine “Bewerbung“ zurück. Diese offenkundig erwähnenswerte Begebenheit wurde an wirtschaftlichem Schaden von sämtlichen Betrügereien regierender Sozialisten übertroffen.

Widmen wir uns sodann einer zeitgemäßen Kumulation: 2007 bis 2010: Einleitung staatsanwaltlicher Ermittlungen gegen SPÖ-Kanzler Werner Faymann und SPÖ-Medien-Staatssekretär Josef Ostermayer wegen des Verdachts der Korruption aufgrund der Vergabe von Inserats-/Werbeaufträgen an die KRONEN ZEITUNG und andere SPÖ-nahe Medien. Kolportierter Werbeetat: EUR 100.000.000,00 (100 Millionen). Mai 2011: Ad-hoc-Vergabe eines 500.000,00 EUR-Werbeauftrags zugunsten der SPÖ, zulasten der ÖBB (Österreichischen Bundesbahnen) ohne parteiinternen Beschluss nach demokratischen Richtlinien. Juni 2011: Erneute Ermittlung der Staatsanwaltschaft gegen Werner Faymann wegen des Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit der kostenmäßigen Verpflichtung der ASFINAG. August 2011: Weiteres Ermittlungsverfahren gegen Kanzler Werner Faymann wegen Amtsmissbrauchs und Untreue aufgrund der Vergabe von Werbeaufträgen an die KRONEN ZEITUNG und andere “Boulevar-Blätter“ im Ausmaß von EUR 2.400.000,00 (2,4 Millionen). September 2011: Veröffentlichungen bezugnehmend massiver/druckvoller Interventionen des SPÖ-Kanzlers Werner Faymann bei der Vergabe von Inseratenaufträgen der ÖBB. Faymann wird die Bedrohung von Mitarbeitern der Österreichischen Bundesbahnen vorgeworfen, da dieser bei nicht gefälliger Vergabe von Inseraten an SPÖ-freundliche Medien die Kündigung der beruflichen Position in Aussicht stellte. Februar 2012: Staatsanwaltliche Befragung von Kanzler Werner Faymann und Staatssekretär Josef Ostermayer im Rahmen des Korruptionsverfahrens. März 2012: Unerwarteter Abschluss der staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen Faymann und Ostermayer. Über den weiteren Verfahrensweg wird eisern geschwiegen, das Verfahren jedoch vorab nicht eingestellt. August 2012: Witziger Weise erscheinen in SPÖ-kritischen Tages- und Wochenmedien Auszüge jener Einvernahme-Protokolle der Wiener Staatsanwaltschaft. Im Verlauf der Befragungen gestand Kanzler Faymann demnach ein, Millionenschwere ÖBB-Werbekampagnen mit dem einstigen (verstorbenen) Herausgeber der KRONEN ZEITUNG (“Onkel“ Hans Dichand) ausgearbeitet zu haben. Die seitens der Opposition geforderte Ladung Faymanns vor den parlamentarischen Untersuchungsausschuss scheitert aufgrund der Blockade durch die SPÖ-Loge. September 2012: Zumal Vertrag und Finanzierung der strittigen Medienkampagnen erst Monate nach Anlauf jener fixiert wurden, stelle diese „nachträgliche Genehmigung“ laut Oberstaatsanwaltschaft den Tatbestand einer „tauglichen Missbrauchshandlung“ im Sinne der Untreue dar.

© Tom Landon, Autor – alle Rechte vorbehalten