myfather.blog

Wenige Sekunden ...

Child Removal - Corruption - Criminal Law - Finance - History - Politics - Februar 20, 2024

Buch ‘GELIEBTE HONIGMAUS’ – Kapitel 22

Über gut zwei Jahre war mir das schändliche Treiben eines Landsmannes (mit Namen Clemens) zuwider. Wenig bewirkte die persönliche Ansprache, nichts bewegte mein Bitten um Verschonung von Mädchen unter 15 (!). „Clemens, Du bist verlobt, hast einen Sohn und bedarfst gewiss keiner Jungfrauen, um wirtschaftlichen Status, allgemeines Ansehen oder körperliche Fitness zu verbessern. Es ist unerträglich, weinende Schülerinnen aus Deinem Haus laufen zu sehen und zu wissen, dass deren Trauer gewiss nicht aufgrund fehlender Mathe-Kenntnisse entstanden ist. Diesen Schweinetrieb wirst Du ab sofort in einem der zahlreichen Bordelle abarbeiten. Meine Sprache ist gereift genug. Richtig? Ich denke, Du verstehst mich.“ Clemens: „Du studiertes Arschloch wirst mir den Spaß nicht verbieten können!“ Ich entgegnete: „Clemens, ich stelle Dir hiermit in Aussicht, Dich binnen 72 Stunden verhaften zu lassen, falls Du es nicht sofort unterlässt, weiter Kinder zu missbrauchen.“ Clemens: „Kinder? Das sind alles kleine Fo****, die als Huren geboren sind. Willst Du mich bedrohen?“ Meine finale Antwort: „Nein, Clemens, ich reiche Dir nun die Hand und verspreche Dir in die Faust, dass mir mein Leben nicht wichtig ist, das der Kinder dieses Landes aber vollends.“

Am gleichen Abend rief man mich, um ein Szenario zu photographieren, welches so schaurig war, wie es sich ekelig zeigte: Clemens und sein gleichfalls Kokain-süchtiger Nachbar und Mieter Wolfgang standen urinierend und masturbierend auf dem Balkon des obersten Appartements und brüllten zum Schrecken flanierender Touristen: „Wir sind so geil, wir sind so high!“ Minuten später trafen an jener (so die vom Hauseigner gewählte Bezeichnung) “Schildkröten-Villa“ (“Villa Tortuga“) zwei Frauen ein – die erste eine stadtbekannte Prostituierte über vierzig und eines Körpergewichts jenseits der 160 Kilogramm, die zweite eine 14jährige Schülerin aus der Religionsklasse eines langjährigen Glaubensbruders und Lehrers der Mittelschule Cabarete – gehüllt in rotes Lackleder. Ich rief das zarte Mädchen herbei und erklärte ihm in spanischer Sprache, doch sofort nach Hause zu gehen und sich aus dieser wohl nicht verstandenen Gefahr zu begeben. Angstvoll schritt sie voran und sagte: „Wenn ich heute zu “Senior Clemente“ gehe, bekomme ich von ihm 500 US$, erscheine ich nicht, wird er mich morgen auf dem Schulweg mit seinem blauen Mercedes überfahren. Kurz entschlossen wischte sich “Linda“ (noch eine “Hübsche“) eine Träne von der Wange und trat in das Haus des österreichischen Bierhändlers (Clemens) ein. Die Ortschaft Camino del Sol war somit um ein Missbrauchsopfer reicher.

Ich rannte zum Strand und schrie aus praller Brust meine Bestürzung in den aufkommenden Sturm. Das tosende Rauschen des Ozeans vernahm und konsumierte meine Trauer, umspülte meine Fesseln mit kalter Gischt und sandte mich nach angestrengtem Sinnen zurück zum Haus des Täters. Nach dreistündigem Anal-Koitus (so sprach Linda selbst) wankte das nun ebenfalls unter dem Einfluss von Kokain und Alkohol keuchende Fräulein der Hauptstraße entgegen. Beinahe gleichzeitig mit dem Abgang der Schülerin erbrach die Haustür des Dealers die ovale Prostituierte, welche sich lautstark für einen Bonus auf die vereinbarte Summe äußerte. Der friedlose Clemens hingegen trat die scheidende Korpulente mit seinen Stahlkappen Schuhen in den kürzlich noch Allerwertesten und schlug knallend die Pforte seiner Bude zu.

Trotz seines gänzlich haltlosen und überaus kostenintensiven Lebenswandels hatte Clemens keinerlei wirtschaftliche Not zu befürchten. Sein Vater Edwin war einige Jahre zuvor noch der Generaldirektion des letzten teilverstaatlichten Lebensmittelhandels in Österreich angehörig. Nach offenkundig vorsätzlicher Vernichtung eines Milliarden-Budgets und Über-Nacht Freisetzung von 16.500 Mitarbeitern folgte der nunmehr beklagte und verurteilte Griff in die mit Steuergeldern gespülten Firmenkassen. Da die Anlage der unterschlagenen Gelder in Österreich – wie im Rest Europas – kaum möglich war, transportierte des Generaldirektors‘ (außer Dienst) Filius in Bauchtaschen, Unterhosen und Schuhen den Millionen schweren Rest des von österreichischen Steuerzahlern gestellten Staatsvermögens. Flott wurde “der Bub“ (Clemens) seiner Wiener Verlobten überdrüssig, sandte diese samt Sohn zurück in die Metropole und machte sich an die Direktorin einer kapitalstarken Privatbank in Sosua (Dominikanische Republik) heran. Da jene solitäre Schöne wohl niemals zuvor ein derart intensives Fremdwährungsgeschäft hinter dem Bankschalter erlebt hatte, durfte “Senior Clemente“ die gesamte Diebesbeute des Vaters im warmen Schoß der frisch Verliebten anlegen.

An Material zulasten dieses Individuums hatte ich genug, sodass ich mich am Morgen des nächsten Tages aufmachte, um die Tourismus Polizei, das lokale Drogendezernat, die Staatsanwaltschaft, die Kriminalpolizei und das dortige Jugendamt zu mobilisieren. Pünktlich um 11.30 Uhr erfolgte am und im Haus des Sohnes reicher Eltern ein Einsatz aller beteiligter Behörden. Clemens war eben seiner Limousine entstiegen, als der ihm folgende Konvoi zum Stillstand kam. Einsatzleiter: „Herr Clemens, ich verhafte Sie wegen des bewiesenen sexuellen Kindesmissbrauchs, wegen Drogenhandels, Geldwäsche und gefährlicher Körperverletzung. Sie haben das Recht, Schweigen zu bewahren. Zu Ihrer und unserer Sicherheit werden wir Ihnen jetzt Handschellen anlegen und bitten Sie, sich nicht zu wehren, da wir ansonsten von der Schusswaffe Gebrauch machen müssen.“ Um der Fluchtgefahr nach eventuell erwirkter Freisetzung vorzubeugen, wurde Clemens binnen 90 Minuten einem Haftrichter vorgeführt. Man informierte mich persönlich von der Inhaftierung des Nachbarn durch die Entsendung eines Polizeiboten. Nun lag es an mir, mein Versprechen vollends einzulösen. So machte ich mich auf den Weg, um Clemens im Gefängnis zu besuchen. Erst führte mich diese abschließende Mission in das Polizeigefängnis Cabarete. Dort bat ich, dem Inhaftierten die Handschellen abzunehmen. Trotz eines dringenden Ersuchens des Kasernen Kommandanten, von diesem Akt aus Gründen der Sicherheit abzusehen, erneuerte ich meine Bitte und konnte schließlich dem vor Überraschung Erstarrten final meine Hand reichen: „Clemens, hiermit löse ich jede Bringschuld von meinem Leib. Ich habe Dir versprochen, Dich vom Weg des teuflischen Treibens abzubringen. Mein Handschlag, um Dir zu beweisen, dass mein Versprechen nun vollends eingelöst ist.“ Auf den Versen machte ich kehrt, wandte mich dem Aggressor rücklings zu und gab dem Polizeichef mit einer respektvollen Verbeugung zu verstehen, dass Clemens nun gänzlich in den Händen des Apparats war. Noch am Nachmittag des gleichen Tages wurde jener Auslandsösterreicher abgeurteilt und an das Großgefängnis im “Palacio de Justicia“ (“Justizpalast“) zu Puerto Plata überstellt.

Eine Hausbeschau, welche man mir seitens der Behörden gestattet hatte, ermöglichte mir folgendes Bild: Pro Zelle (etwa 25 Quadratmeter) bis zu 40 Insassen. Allesamt waren dies Mörder, Totschläger und Drogendealer. In den Zellen gab es eine einzige sanitäre Einrichtung: Ein Loch im Boden. Hierin verrichteten alle Häftlinge einer Zelle ihre Notdurft. Spülung gab es keine -, genauer eine Waschung täglich per Kaltwasserschlauch. Die Insassen waren allesamt von Ekzemen und Wundbränden überhäuft, verfügten über keinerlei Kleidung und baten flehentlich um Wasser. Eine kurze Aussprache mit einem der Abteilungsleiter machte klar, dass sich die Dominikanische Regierung die Versorgung der Häftlinge täglich einen (!) Peso (etwa 6 EURO-Cents) kosten lässt. Meine Empfindung sollte mich nicht täuschen: Schlimmer konnte wohl nur ein Dasein als Lastenesel in Afghanistan sein.

Schon am nächsten Morgen standen zwei vom Täter bezahlte Männer vor der Tür, um mir ihre Schusswaffe an die Brust zu halten. Sollte ich nicht sofort jenen “Inversionista“ (“Investor“) zur gewohnten Freiheit verhelfen, so würde man mich problemlos erschießen. Ich teilte mit, dass mir keine Drohung arg genug sei und fand am nächsten Morgen sieben meiner acht Miezekatzen vergiftet und mit dem Tode ringend auf der Terrasse meines Appartements vor. Dank des klugen Einsatzes basischer Mittel und einiger mir unbekannter Seren gelang es dem gütigen Tierarzt “Angel“ alle schnurrenden Freunde zu retten. Meinem Bedarf an Nachtruhe folgend, verdoppelte ich den Stand des Wachpersonals an meinem Zuhause und genoss ab nun den Schlaf in 30-Minuten-Dosen. Etwa jede halbe Stunde nämlich stand ich auf und kontrollierte den Status von Türen und Fenstern sowie den Aufmerksamkeitsgrad der Leibwächter. Auch zu den Kokain-Lieferanten des kürzlich Verhafteten drang mein Schaffen durch. Dies bewirkte, dass man dreimal auf meinen PKW feuerte und mich effizienter Weise ein LKW frontal ansteuerte. Ich blieb am Leben. Natürlich hatte ich die Mitarbeiter des nunmehrigen Häftlings als Häscher erkannt und zog es sodann vor, ausschließlich in von Polizisten begleiteten Kleinbussen gefahren zu werden. Selbst während des Besuchs einer jungen Dame aus Brandenburg und gewollter sexueller Handlungen im Pool und am Strand standen mit Pump Guns bewaffnete Wächter in mittelbarer Nähe. Zeitgleich mit dem Erreichen des genitalen Höhepunkts meiner ostdeutschen Geliebten lud einer der Wächter seine Schrotflinte durch und ließ einen Nachbarn, welcher sich unangekündigt genähert hatte, auf Knien um sein Leben bitten: „Nicht schießen, bitte nicht schießen!“ Zu spät, ich hatte zur Freude meiner Besucherin bereits getroffen.

Nun, das Leben in der Dominikanischen Republik war zu einem “Sein im sonnigen Käfig“ geworden. Selbst der malerische Schatten zahlloser Palmen und der freie Beischlaf unter klarem Sternenhimmel sollte nicht an Wertigkeit reichen, jenes Land weiterhin als Wahlheimat zu haben.

Entsprechend der unbedingten Zusage, Doreens‘ Mutter Edeltraud ihre Tochter gesund wieder zu bringen, packte ich meine geringe Habe und suchte das Weite. Der beschwerliche Flug endete in Berlin-Tegel und führte mich in eine Stadt, welche zu meiden dem Landjungen nicht schwer fallen mochte.

© Tom Landon, Autor – alle Rechte vorbehalten