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Corruption - Criminal Law - Finance - History - Politics - Religion - Februar 16, 2024

Buch ‘GELIEBTE HONIGMAUS’ – Kapitel 18

Auch hier dem mir inne wohnenden Gerechtigkeitssinn folgend, versorgte ich die größten Tageszeitungen Österreichs, Deutschlands, der Dominikanischen Republik und der USA mit den korrekten Informationen den Tod des Sängers betreffend. Selbst Original Abschriften von Gerichtsakten, Zeugenaussagen und Ermittlungsprotokollen standen für die profunde und geschriebene Opposition gegen diesen Wiener Nutten-Trupp. Über Jahrzehnte und in Bücklingsart den Arsch des Sterns zu küssen, um diesen (den Star) in Leichenschänder-Art zu entweihen, entsprach bekannter Weise den unappetitlichen Manieren dieser an Bildung armen Kriecher.

Aller Erwartung entsprechend, erhielt ich nach Bekanntwerden meiner Absichten einen Anruf aus der Wiener Redaktion des besagten Wochenmagazins: „Na, Süßer, was läuft?“ Ich war etwas irritiert, erkannte aber die rattige Stimme der selbstlosen Korrespondentin. „Tom, ich möchte Dich bitten, uns Dein Material zur Verfügung zu stellen. Die Großzügigkeit meines Dienstgebers kennst Du gewiss. Schau, auch der Alfred sitzt hier und würde Dich und Dein Können gerne persönlich weiter reichen.“ Als ich hierauf die Aussichtslosigkeit des Bestechungsvorhabens bekräftigt hatte, erreichte mich fernmündlich eine Vielzahl an Drohungen. Erst der Hinweis auf den Reiz der Recherche zum bekannter Weise geführten Gespräch bei der STAPO (Staatspolizei), dann die Anmerkung zu einem angeblich laufenden Verfahren zum Entzug der Staatsbürgerschaft und schließlich das Begehren, zivilrechtlich ein dereinst gegen mich geführtes, doch bereits eingestelltes Steuerrechtsverfahren wieder aufnehmen “zu lassen“. Da ich aus den Erzählungen der unhübschen Unterdurchschnittlichen wusste, dass die damals 28jährige Edda und ihr vierhundert Jahre älterer Alfred gelegentlich miteinander kopulierten, nutzte ich in deren Stile die Gelegenheit, das von Alfred mit gehörte Telefonat zur nachträglichen Aufklärung des früheren Beischlaf-Offerts seiner kindlichen Möse zu verwenden: „Edda, Dein Angebot zur Nutzung Deiner genitalen Argumentationshilfe als Zahlungsmittel nehme ich nun gerne an. Jetzt, wo ein Großteil meiner Wahrheiten publiziert ist, kannst Du auch gerne auf einen Wochenritt vorbei kommen. Bestimmt löhnt Deine Redaktion auch den Flug zum F***.“ Witziger Weise wurde das Telefonat durch Auflegen in Wien beendet.

Dass man mich zum Staatsfeind schreiben wollte, schien nun nicht mehr wichtig. Der niederen Neigung des gewöhnlichen Menschen folgend, ließ mich eine Reihe von Bild- und Nachrichtenredaktionen sterben. Genauer sprach sich meine Respektlosigkeit zur Schande des alten Alfred und dessen feuchten Lämmchens herum, was die Begehrlichkeit meines Pressematerials für den österreichischen Redaktionspool gänzlich neutralisierte. Hatten sich Kamera- und Schreibtischtäter, wie Franz, Christoph und Gudrun bis dorthin um Photos und Reportagen aus meinem Wirken geradezu gestritten, so lautete die nunmehrige Nachricht im Tenor: „Du, Alter, danke für die guten Arbeiten. Du hast uns berühmt gemacht, doch aktuell besteht kein Bedarf.“ Punkt. Egal. Konsequenter Weise entschied ich mich kurzfristig, exklusiv in englischer/spanischer Sprache für US- und lateinamerikanische Medien zu produzieren und verhing ein Veröffentlichungsverbot für deutschsprachiges Material den österreichischen Markt betreffend.

Mein Wirken erweiterte sich um die Bereitstellung von Nachrichten für multilinguale Radiosender und die Produktion zweier Wochenmagazine in deutscher, englischer und spanischer Sprache. Nun war ich medial mein eigener Herr und entschied gänzlich frei über Art und Takt der montierten Reports. So nahm ich mir zum Verlust meiner eigenen Sicherheit Kinderschänder, Drogenhändler, Waffenschieber und Geldwäscher vor, um deren Treiben zu beschränken. Wie schnell der Tod vor der Tür steht, durfte ich sodann binnen weniger Tage realisieren. Beinahe erwartungsgemäß trat am nächsten Morgen eine Dame mit horizontaler Affinität zur Kulturstadt Salzburg an mich heran. Electra (so der Name der Vollbusigen) zählte zu den dort ansässigen “Bullenmelkerinnen“ und somit zum Stab der “Kasernenhuren“ des Salzburger Polizeiapparates. Willig öffnete sich die Tolle dem Schreiber aus dem fernen Niederösterreich und nannte sodann Erkenntnisse und Philosophien ihrerselbst: „Weißt Du, Tom, nicht möchte ich leugnen, dass ich im Nachtgewerbe arbeite, doch besuchen mich ohnehin meist Polizisten, welche während ihrer Dienstzeit derart besoffen sind, dass sie zwischen einer hohlen Hand und einer Muschi nicht mehr unterscheiden können. Kommen aber die Goldfasane (höher gestellte Beamte mit sichtbarer Dekoration), so kehrt in unseren Zimmern die schmerzliche Stille ein. Es gibt da einen Kasernenchef, welcher die geladene und entsicherte Dienstwaffe während des brutalen und blutigen F***s an die Schläfe seines Mädels führt. Das, mein lieber Tom, ist der Ausdruck der wahren Hurerei. Denn: Alle sind sie verheiratet und allesamt haben Söhne – und Töchter.“ Dann gestand mir Electra, dass sie trotz ihrer Berufung zur Prostituierten panisch eifersüchtig sei. Zudem mache sie sich Sorgen um ihren in Camino del Sol lebenden Wolfgang, welcher im Drogen- und Alkoholrausch wissentlich und ungeschützt mit minderjährigen Haitianerinnen verkehren würde. Die Ersparnisse seien in seinen Händen nicht sicher, da sein vollends zügelloser Lebensstil lediglich der Befriedigung niederer Bedürfnisse diene. Und: Während sie sich in Salzburg von wahnsinnigen Militärs in den A**** f***en lassen würde, denke sie nicht ungerührt an die unheilbare Verschwendungssucht des zweiten Protagonisten ihrer Liebesheirat.

Nun war mir übel und die Grenze meiner journalistischen Leidensfähigkeit bereits überschritten, als Electra mich auch im Interesse ihres angetrauten Grenzgängers um die Recherche zum bitteren Treiben eines organisierten Rings brutaler Kinderschänder bat. So stieß ich auf die destruktive Loge der “Zephisten“. Minuten post der Heimkehr meiner handfertigen Besucherin machte ich mich auf den Weg nach Cabarete Stadt und befragte einige Einheimische sowie den geeichten Kern zugereister Nachtvögel. Zögerlich nannte man mir Örtlichkeiten und Namen, verwies mich auf angebliche Mitglieder in Sosua und löste durch die sofortige Plakatierung meiner Recherche eine Phalanx an Verschleierungsversuchen und Attentaten (!) aus.

Gegen 06.15 Uhr des nächsten Morgens tippte einer der Torwächter vorsichtig gegen die Glastür des Hauseingangs und bat mich so, einen bis dorthin ungesehenen Menschen österreichischer Nationalität vorführen zu dürfen. Ich ersuchte den bereits per Routine auf Waffenbesitz geprüften Schütteren in den Salon und bot ihm eine Tasse Tee an. Sein markanter Dialekt ließ mich – so die spätere Bestätigung meiner Anfrage – richtiger Weise darauf schließen, dass der Unbekannte aus der österreichischen Südsteiermark stammte. Jener Karl (so dessen Name) stellte sich mir als der Vater dreier Kinder und Ehemann einer “sündigen Freifrau“ (Prostituierten) vor. Als er mir nun den selbstbestimmt nötigen Respekt aus Begrüßung, Vorstellung und partieller Lebensgeschichte gezollt hatte, nannte er mir das Problem seiner lieben Tochter Linda (“Linda“ = “die Hübsche“): Der 10jährige Schatz der wenig betuchten Familie würde aktuell in einer Privatklinik zu Puerto Plata Stadt festgehalten sein, da am Vorabend ein der Familie bekannter Flüchtiger die kleine Linda mit seinem PKW überfahren (!) hatte, um diese am Straßenrand und dem Tode nahe liegen zu lassen. Das Schätzchen Linda hatte aus diesem schrecklichen Vorfall mehrere offene Schenkelbrüche, einen Schädelbasisbruch, Nasenbeinbruch, Schambeinbruch, Beckenbruch und üble Schnittwunden am ganzen Leib davon getragen. Da die Familie des Mädchens jedoch über keinerlei finanzielle Mittel zur Tilgung der Klinikrechnung verfügte, leistete der Klinik-Chef selbst nur schändlich geringe ärztliche und chirurgische Hilfe im Rahmen des seinerseits abgelegten Hippokratischen Eides, verweigerte zudem die dringend nötige Dauerbehandlung zur Wiederherstellung des bitter geschädigten Kinderkörpers. Ungefragt und erbost forderte ich Karl nun auf, mit mir einen PKW zu besteigen, um – bestückt mit Kameras, Digitalrecorder und Computer – seine Tochter, die Klinik und den fiesen Chefarzt aufzusuchen. Eine halbe Stunde später betrat ich mit Karl im Schlepptau die Chefetage des besagten Krankenhauses und machte bereits am Empfang die Begegnung mit dem Weißkittel selbst: „Es ehrt mich, Sie in meiner Klinik begrüßen zu dürfen, Senior Landon. Erst gestern habe ich Sie im TV gesehen. Wie darf ich Ihnen helfen?“ Ich reichte ihm die Hand, trat bis an dessen Nasenspitze heran und ließ ihn mich spüren: „Mit mir ist auch Herr Karl, der Vater der kleinen Linda gekommen. Viel habe ich über Ihre Großherzigkeit erfahren und bitte Sie deshalb, etwa eine Stunde Ihrer überaus kostbaren Zeit zu nehmen, um mich eine Reportage zum Wesen Ihrer grandiosen Klinik drehen zu lassen. Gleichzeitig ersuche ich Sie in Respekt, mir meine Schuld Ihnen gegenüber zu nennen, da Sie gewiss die Behandlung unseres gemeinsamen Lieblings ungeachtet von Herkunft und geldlicher Ausstattung zu Ende führen werden.“ Offensichtlich und peinlich berührt reichte mir der Doktor erneut seine Hand, rief über meine Schulter nach einer Mitarbeiterin und gab Anweisung, eine Kostenrechnung zum “Medizinfall Linda“ zu erstellen. Wenige Minuten später präsentierte man mir eine handschriftlich und angeblich bereits reduzierte Addition mit der Summe von 23.483,83 US$. Für den Mediziner beklemmend erhielt er die Last meines rechten Armes auf dessen Schulter und musste anerkennen, dass ich suchend in meine linke Hosentasche griff, um ihm aus eigenem Bestand 8.000,00 US$ in bar zu geben. „Das, Dr. Gabriel, ist der Lohn für Ihre selbstlose Hilfe an Linda. Morgen wird das internationale Latino Fernsehen jene Reportage über die Ihrerseits geleistete Lebensrettung ausstrahlen. Anderswo berichtet man gewiss über Mediziner, welche aus wirtschaftlichen Überlegungen die verpflichtend zu leistende ärztliche Hilfe unterlassen. Sie aber sind groß und gut. Und: Rechnung brauche ich keine. Ihr Handschlag reicht mir.“ Nach Abschluss der angekündigten Dreharbeiten samt Interview wies ich den Klinik Chef und dessen Sicherheitsverantwortlichen unverrückbar an, niemand zu Linda vorzulassen, als deren Mutter und den sinnigen Vater. Dies, da ich bereits in den Minuten der jungen Bekanntschaft mit Karl die schauerlichen Verknüpfungen jenes “Unfalls“ mit der angehenden Zephisten-Recherche erkennen musste. Linda war Tage zuvor also bereits als eines der “Stütchen“ (so die Benennung der weiblichen Kinder im Zephisten-Jargon) dem sexuellen Missbrauch dieser Bastarde zum Opfer gefallen und sollte zum Erhalt der geheimen Loge ihr Lebensende am Rand der Straße zwischen Sosua und Cabarete finden.

© Tom Landon, Autor – alle Rechte vorbehalten