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Health - History - Religion - Februar 2, 2024

BUCH ‘GELIEBTE HONIGMAUS’ – KAPITEL 05

Es war Spätfrühling im Jahre 1976 und mein Herr Papa schlief abends eben prustend und rotzend, doch friedlich inmitten von Schweinebraten und Kartoffelknödeln ein. Am Ende seines Kampfes gegen die Müdigkeit des Säufers fiel sein roter Schädel mit einem massiven Knall in den Bratensaft und die ordentlich drapierten Bratfilets glitten auf den Küchentisch. Es schien mir, als würde sich meine Mutter für die Wahl des Vaters ihrer Kinder in eben jenem Moment und posthum noch schämen. In dieser Zeit empfand ich tiefes Mitleid für sie, die Mutti, mein Vorbild an Moral und Treue. Täglich mühte sie sich ab, dem Gatten zu gefallen, die Kinder sauber aus dem Haus zu schicken und die Katastrophe des Alkoholismus ihres Mannes zu bereinigen. Wie sich später zeigen sollte, musste sie nach 23 Ehejahren aufgeben. Die Illusion von der Ehe mit dem smarten Sportler war eine eben solche geblieben. Vati war nun kurz erwacht, da der Konsument von mindestens 5 Litern Bier und Wein (binnen der letzten drei Stunden) auch seinem Bedürfnis nach Entleerung nachgehen musste. Aus der alten Toilette hörte ich nun das Grölen, Würgen und Husten meines Vorfahren. Der gute Mann hatte aus undurchsichtigem Trotz als Aperitif eine Flasche Kräuterbitter in einem Zuge geschluckt. So hatte der Gatte meiner Frau Mama eilig und hochprozentig konsumiert – ebenso eilig war es dem Suff und dem Schweinebraten, den einst gestählten Körper meines geliebten Vaters zu verlassen. Was meinem Herrn Zeuger wiederkehrend aus dem Gesicht fiel, war die umgerechnete Wertmäßigkeit eines Wochenendeinkaufes für die ganze Familie.

Egal, Mutti versorgte uns mit gesalzenen Butterbroten und frischen Tomaten. Wir fanden uns also auf dem Rasen unseres Gartens wieder und nahmen unter fröhlichem Gezwitscher zahlloser Singvögel unser Abendessen ein. Das Leben erschien mir als göttlich schön, doch gänzlich kinderfeindlich. Was ich aber dereinst bereits zur Vereinfachung meines irdischen Seins lernen durfte, war das Wissen um meine physische Vergänglichkeit: So war mir heute schon klar, dass meine Existenz bereits morgen Geschichte sein könnte. Gegenwärtig, da ich Dir dies alles offenbare, wünsche ich für meine eigenen Kinder nur den Frieden, nebst Gesundheit und Freude.

Der späte Frühling offenbarte die kaum verbalisierbare Schönheit meiner Heimatgemeinde Petzenkirchen. Wie täglich durfte ich auch an jenem Samstag auf dem höchsten Hügel des Ortes verweilen, um mich – im mittelhohen Gras liegend – an den wundersamen Klängen und Düften des Windes, der Vögel, des Grases und der Erde zu delektieren. Offenbar waren erst am frühen Morgen jenes paradiesischen Tages die ersten Schlüsselblumen und Petersgstamm (hohe Schlüsselblumen) erblüht. Die zarte, erregende Essenz jener lieblichen Frühlingsblüher erinnerte mich dereinst schon an die pure Weiblichkeit, wie ich sie vom Halse meiner lieben Freundinnen Verena Q. und Karin R. ersinnen durfte. Gut drei Jahrzehnte später sollte ich den gleichermaßen betörenden Duft aus der hinreißenden Scham der Mutter meiner Kinder erfahren. So lag ich also in meiner physischen Kleinheit auf einer Wiese, welche in ihrer Schwangerschaft mit femininen Düften den tragenden Bauch des Weibes preisgab. Ich war fasziniert von der Reinheit einer Sinnlichkeit, deren weitreichende Bedeutung mir undefiniert vollends bekannt war. So war ich also ein Mann im Körper jenes Kindes, welches auf Basis der sexuellen Prägung des Vaters konstruiert war. Tief atmete ich durch und genoss mit einem breiten Lächeln meine Erkenntnis um das männliche Sein. „Ja, ich bin ein Mann“, dachte ich und freute mich auf ein Leben in Freiheit, Eintracht und inniger körperlicher Liebe. Dann pflückte ich eine wilde Kamille, küsste sie und machte mich auf den Weg zu meinen süßen Nachbarinnen Julia und Olivia.

Bereits intensiv und unter lautem Kichern spielend fand ich, der nunmehr siebenjährige “Tom Juan“, die beiden Schönheiten am Eingang ihres Wohnhauses vor. „Willst Du auch mit uns nackig sein, Honigmaus?“ Jetzt erst sah ich, dass Julia nur ein Seidentuch als Kleid und Olivia in der Tat das Bändchen eines Bikini-Oberteils als Höschen trug. Da ich bis dorthin weder eine nackte Frau, doch keinesfalls das weibliche Geschlecht zu Augen gekommen hatte, war ich so schockiert vor Verzückung, dass ich aufgrund eben dieser schier von einer momentanen Lähmung zu Boden geworfen wurde. Meine Besinnung allmählich wieder erlangend, fand ich mich hockend auf dem Steinboden wieder und sah klar, rosig und hübsch das, was Olivia offenbar bereits ein Leben lang mit sich trug. Sie öffnete breit lächelnd ihre Beine, tippte auf die niedlichen Lippen und sagte nur: „Mu****, Mu****, meine Mu****.“ Laut kicherten Olivia und Julia nun los, warfen sich vor Heiterkeit quietschend zu Boden und konsumierten vergnügt meine dümmliche Unwissenheit, was das weibliche Geschlecht anlangte. „Sieh, Honigtommi (der an Verspottung grenzende Spaß der Mädchen war nun schon von zweifelhafter Bekömmlichkeit), Olivia ist ihre eigene Spardose und mit ihrem Taschengeld-Schilling zeigt sie Dir jetzt ein tolles Kunststück! Wie findest Du das, Honigmaus?“ Da ich jetzt gewiss des energetischen Rests zur Bewegungsunfähigkeit beraubt war, merkte ich lediglich die bedingt erhaltene Funktionsfähigkeit meines Mundes: „Schön, wunderschön, wirklich schön.“ Nun kniete ich, merkte, dass Olivia mir zum Schnuppern ihre Mu**** an die Nase gehalten hatte, sog diesen betäubenden Duft tief in meinen kindlichen Bauch, hielt entschlossen die Luft an, trug mein aufkommend schlechtes Gewissen mit der unbestätigten Würde eines erregten Männchens, spürte gleichzeitig dieses Riesending in meiner Badehose, wurde plötzlich von Peinlichkeit und schier unverzeihlich sündigen Gedanken geschlagen und dachte kurzgefasst: „Küssen, berühren, probieren – nein, besser weg.“ Im Sinne des Ausdrucks “flüchtig“ küsste ich die Hände der beiden Töchter meiner honorigen Nachbarn und lief – nein, galoppierte – auf den strammen Beinen des Hengstes, zudem ich geworden schien, in das Hügelland hinter den Häusern. Dort angekommen nahm ich Platz, drehte mich liegend auf den Bauch und führte meine Nase bis zur Berührung an die reife Blüte eines Petersgstamm. Mit nun geschlossenen Augen keuchte ich erneut diesen verzehrenden Duft in mich und dachte: „Oh ja, so ist das mit den Frauen.“

© Tom Landon, Autor – alle Rechte vorbehalten