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Destruktive Wirkung der IT - März 12, 2024

Destruktive Wirkung der IT 08

Computer nach dem Vorbild des menschlichen Gehirns: Nach Ansicht der aktuellen wissenschaftlichen Elite gilt das menschliche Gehirn mit seinen etwa eintausend Milliarden Nervenzellen als das wohl komplexeste informationstechnologische Gebilde unseres Universums. Noch ist wenig darueber bekannt, wie die menschlichen Gehirnzellen die schier unberechenbar hohe Anzahl von Informationen (Reize ueber die Sinnesorgane, koerpereigene Signale, Organinformationen, Muskelkontraktionen, Atemfrequenz und vieles mehr) untereinander tauschen, weiter reichen und sich zudem eigenstaendig zu komplexen neuronalen Ensembles mit besonderen Loesungstendenzen organisieren.

Wohl gibt es – die Organisation von Zellen (im Gehirn) und Transistoren (beim Prozessor) betreffend – durchaus strukturell-logische Aehnlichkeiten. Dies auch deshalb, da die Eigenschaft des informationstechnologischen Speichervorgangs durch die Hand von Software-Entwicklern dem menschlichen Merkvorgang angepasst wurde. Selbst die Wahl der einzelnen Speichermedien und -groessen laesst eindeutig auf die Anlehnung der Entwicklung kuenstlicher Intelligenz an die natuerlich-geistige Kapazitaet schliessen. Dies zeigt sich bei der Gegenueberstellung von Hypophyse, Kleinhirn und Grosshirn mit den IT Komponenten Schnittstellen, fluechtiger Schreib-/Lesespeicher (= RAM = Random Access Memory) und permanenter Nur-Lesespeicher (= ROM = Read-only Memory).

Das Prinzip ist einfach: Einlangende Daten werden in beiden Strukturen und Systemen temporaer verwaltet, prozessiert, also verarbeitet und schliesslich einem semipermanenten und/oder permanenten Merk-/Speichersystem zugefuehrt, um die erlangten Neuigkeiten fuer spaeteren Bedarf und auf Abruf bereit zu halten. Ist beim Computer ein das RAM-Speicherausmass erfuellendes Datenvolumen erreicht, so wird dieses auf Wunsch des das jeweilige Betriebssystem oder die genutzte Applikation entwickelnden Software-Designers auf ein nicht-fluechtiges Speichermedium geschrieben. Dies geschieht logischer Weise deshalb, da die im fluechtigen Speicher (RAM) befindlichen Informationen nur so lange verfuegbar sind, solange Strom fliesst.

Das feinelektronische und folglich statische Umfeld existiert somit nur bei Vorhandensein der notwendigen konstanten Stromversorgung. Fliesst kein Strom, so ist die Befindlichkeit von Daten im betreffenden Speichermedium obsolet. Anders beim menschlichen Gehirn: Selbst im Zustand merklicher Schaedigung vermag es das neurologische Volumen sich durch teilweise Reorganisation fuer den Koerper des Menschen als zentrale Steuereinheit zu bewehren. Das menschliche Gehirn ist jedoch sowohl in seiner Dynamik wie auch in der Architektur merklich different zum Computer und dessen logischer Struktur. So bestehen zum sogenannten “Kortex”, der Grosshirnrinde des Menschen, seit Jahrzehnten raeumliche Kartierungen. Diese zeigen beispielsweise, wo bestimmte Eindruecke oder motorische Steuerungen erarbeitet werden.

Trotz dieser funktionalen Spezialisierung weist das grundlegende System des Kortex aus der Sicht der Mikroskopie eine hoechst erstaunliche raeumliche Uniformitaet auf. Allein jene Komplexitaet unterscheidet das Gehirn grundsaetzlich von der vergleichsweise banalen Struktur eines Mikroprozessors.

Beim menschlichen Gehirn (wie auch beim Gehirn anderer Saeuger) wird die raeumliche Distanz zwischen den Nervenzellen durch sogenannte “Axonen” (wegleitende Verbindungen) und “Dendriten” (hinleitende Verbindungen) ueberwunden. Der Kortex ist einige Millimeter dick und weist durchgehend sechs Schichtungen auf. Diese zeigen zudem charakteristische Zelltypen und Verbindungsstrukturen. Beim Mikroprozessor sind die einzelnen Schalteinheiten (Transistoren) lediglich mit der einen, typischen Aufgabe betraut: Der Schaltung zwischen dem Zustand “es fliesst Strom” und jenem, in welchem kein Strom fliesst. Diese logische Charakteristik – auch als “Binaeritaet” bezeichnet, bringt die mikrobische Ausgabe der Wertigkeiten “0” und “1”. Die durchaus nichtunkomplizierte Berechnung sogenannter “binaerer Zahlensysteme” (der mathematischen Grundlage jeder Programmierung) laesst folglich die fuer den technikversierten Menschen lesbare Maschinen-Codierung (die Programmierung in Hexadezimalen) und schliesslich die natuerliche Sprache als Befehligung fuer feinelektronische, programmierbare Komponenten (Computer, Drucker, Scanner, Grafiktabletts und andere) zu.

Ist im Mikroprozessor nur ein einziger, mikrobischer Transistor defekt, wird der Computer als funktionable Einheit unbrauchbar. Sterben im Gehirn eines Menschen hingegen – beispielsweise durch Gehirnblutungen, mechanische Verletzung, Quetschungen oder anders – Kubikzentimeter grosse Bereiche ab, so suchen und finden die in Funktion verbliebenen Bereiche ausnahmslos regenerierbare Alternativen.

© Tom Landon, Autor – alle Rechte vorbehalten