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Anatomie einer Beziehung - März 18, 2024

Anatomie einer pathogenen Beziehung 03

Bereits im Mai 2007 stach ich mich politisch selbst in meine Linke, da ich dazu geneigt war, als Jugendamt-kritischer Redner beim Zehlendorfer Jugendhilfe-Ausschuss aufzutreten und die bis dorthin willigen Jugendamtssprecher durch Proklamation partiell haltloser Anschuldigungen vollends gegen mich aufzubringen.

Wohl hatte ein dereinst bereits der Rente naher Abteilungsleiter jener Behörde meinen Einzug bei Lisa als “beruhigend“ und “die Familie stabilisierend“ bezeichnet, doch war mir in der jüngst erlangten Position des “sozialen Vaters“ jede noch so kühne Attacke wider die Schattengegner jener – wie mein ältester Bruder sie später nennen sollte – “goldene Mu****“ mehr recht, als billig. Weder scheute ich Kosten, noch mied ich Mühen, um meiner “Fürstin“, wie ich sie nannte, als einzig begehrlich und treu ergeben zu gelten.

Beginnend mit dem 4. Februar 2007 sollte der leibliche Vater der fünf Kinder jedoch eine Gangart anwenden, welche ob ihrer großen Distanz zu Kinderliebe und Herzlichkeit unerwartet harte Folgen für Lisa und deren Kinder hatte. So pochte um 05.30 Uhr morgens die vermeintlich stählerne Faust eines Po******** gegen die Tür des von Lisa bis dorthin angemieteten Hauses in Berlin-Zehlendorf. „Morgen, wo sind die Kinder? Wer sind Sie?“ Ob dieser absoluten Unhöflichkeit antwortete ich knapp: „Tom L*****, Österreicher, Bürger eines freien Landes. Wer sind Sie?“ In seiner offenbaren Steife drehte sich mein sonderbarer Gesprächspartner zu einer ebenso an der Tür stehenden Kollegin um und fragte: „Wat nu?“ Da er lediglich deren Schulterzucken erhielt, versuchte er sich im folgenden Ansatz als personifizierte Exekutive und sprach: „Wir werden nun hier eintreten und Kinder abholen. Haben Sie mich verstanden?“ Ich antwortete: „Sie werden höchstens im Garten austreten. Die Kinder schlafen und werden mit Sicherheit nicht geweckt. Verstehen Sie mein Deutsch?“

Nun kamen weitere sieben (7) Polizisten hinzu und verfolgten bereits lachend die Kommunikation des po*********** Frontmannes und dessen Widersacher. Da ich in Unterhosen und mit nacktem Oberkörper an der Tür stand, fragten mich die herbei geeilten Polizistinnen der Rotte, ob mir bei einer aktuellen Außentemperatur von minus 7 Grad nicht schrecklich kalt sei. Ich negierte und wies darauf hin, dass ich Minuten zuvor noch große Körperwärme durch unzüchtige Betätigung im Bett entwickelt hätte. Diese laszive Anmerkung wurde allseits verstanden und mit sinnigem Gelächter goutiert. Da sich zunehmend Gesprächsbereitschaft entwickelte, konnte ich als Grund für das zahlreiche Erscheinen der Gesetzeshüter folgendes in Erfahrung bringen: Durch bloße Behauptung, die Mutter (Lisa) entführe die fünf Kinder nach Südafrika, erlangte der Kindsvater binnen Stunden das alleinige Sorgerecht und bewirkte die Herausnahme der seit jeher bei der Mutter lebenden Kinder. Auf Eilantrag des Jugendamtes wurde dem Vater bereits Stunden später (auf Basis eines Beschlusses des zuständigen Familiengerichts) das Sorgerecht wieder entzogen und die Kinderschar pro forma aus der Mutterfamilie genommen. Schließlich verlor auch Lisa durch diesen Anklage- und Entzugsreigen das Sorgerecht für ihre Kinder. Erfreulicher Weise beließ man die Sprösslinge jedoch bei der Mutter.

Nun trat der vom Jugendamt bestimmte und von der Familie, speziell jedoch von den Kindern mit Vertrauen versehene Sozialarbeiter in Szene. Gemeinsam mit seiner Assistentin wurde er gerne eingelassen und nahm am Küchentisch Platz. Man reichte Kaffee und Kekse, sprach sich aus und vereinbarte einen Deal: Da ich in meiner früheren Eigenschaft als Taufpate einiger der Kinder zum Einsatz kam, seit dem 1. Februar desselben Jahres vom Jugendamt bereits als Tagespfleger anerkannt und bestellt wurde, ernannte man mich als Einzelperson kurzerhand und endlich zur “Pflegefamilie“!

Die Zahlung einer großzügigen Entschädigung aus der Kasse des Jugendamtes für meinen Einsatz als “Interimspädagoge“ war selbstverständlich. Da Lisa über keinerlei Barmittel und partiell bekannt hohe Schulden verfügte, trat ich mein Verdienst aus moralisch zweifelhafter Quelle an die Familie ab, indem ich ihr EUR 7.600,00 in bar noch vor dem Steglitzer Bezirksamt übergab.

Ohne zeitlichen Aufschub fuhr Lisa zu einem ihr bekannten Juwelier, untersagte mir, das Ladengeschäft mit ihr zu betreten und kam nach wenigen Minuten breit grinsend wieder heraus. „Das, mein Tom, sind schöne Eheringe. Darf ich um Deine Hand bitten?“ Grob steckte sie mir einen schweren Goldring an meine rechte Hand, gab mir einen zweiten und forderte mich dazu auf, ihr jenen an die Linke zu stecken. „Nun sind wir verlobt. Du hast mir also eben Dein Heiratsversprechen gegeben. Jetzt gehörst Du mir, Tom L*****.“, sprach sie. Ungeschickter Weise ließ sie beim Herausholen des zweiten Ringes die Quittung des Goldschmieds aus ihrer Jackentasche fallen. Klar und mit einem großen Maß an Unverständnis konnte ich eine Summe von EUR 6.630,00 sehen! Unter dem Vorwand, die durch mich Wochen zuvor gekauften Ringe mit Gravuren versehen zu wollen, hatte sie jene samt ihrer beiden Ringe aus der Ehe mit Frank einschmelzen und zu neuen Eheringen für uns beide machen lassen. Diese Manier erfüllte mich mit Ekel und Enttäuschung. Nun hatte ich also den Ehering ihres Mannes am Finger und sollte die Frau ihres ewigen Geliebten heiraten. Wie unschön.

Mitte Mai 2007 sah ich mich gezwungen, mein Ladengeschäft in der Machnower Straße zu Berlin mehr geschlossen von außen, als betrieben von innen zu betrachten. Lisa freilich gab sich dem fragwürdigen Genuss meiner absoluten Aufmerksamkeit hin und prahlte in den lichten Reihen ihrer verbliebenen Freunde und Bekannten ob der ihr alleinig zugestandenen Begehrlichkeit und Liebe.

Pünktlich zur nahenden Geburts(tags)nacht ihres mittleren Sohnes entschied Lisa sich zum Verlassen Berlins. Ihre Angst vor dem Verlust der Kinder aufgrund des vollends gestörten Kontakts zum dortigen Jugendamt (Anlass war eine abgelehnte Hilfszahlung zugunsten des hörbehinderten Zwillingssohns) ließ Lisa die UNO-Menschenrechtskonvention in Wien und Genf kontaktieren. Die telefonisch übermittelte Dringlichkeit zur Reise nach Genf erschien unmissverständlich und trieb meine Gespielin an die Grenze des Wahnsinns.

Just nach dem Auflegen des Hörers begann sie, die wesentlichen Habseligkeiten der fünf Kinder zu packen, die Abreise in die Schweiz bis in die Nachtstunden zu finalisieren und die Fahrt in Richtung Süddeutschland anzutreten. Bereits bei Aschaffenburg war die nun über Stunden dauernde PKW-Fahrt zu Ende, da zum Schrecken meiner Beifahrerin (Lisa) und zum Schock meinerselbst die Autobahnpo***** den Wagen erst an den Pannenstreifen und hernach auf einen Feldweg lotste. „Guten Abend. Fahrzeugkontrolle. Sind das Ihre Kinder, Herr L*****?“ Ob der Personenkenntnis jener Uniformträger war ich sichtbar wenig überrascht, doch heimlich geschlagen. „Nein, das sind nicht meine Kinder, wie Sie sehen. Meine beiden Söhne John und Theo wurden am 14. Februar 2007 aus dem Kindergarten entführt. Ich habe meine geliebten Kinder seither nicht mehr wieder gesehen.“

In knapper Ansage forderte der Einsatzleiter mich dazu auf, das Fahrzeug zu verlassen. Umsichtig stieg ich aus und Lisa verriegelte von innen den PKW. In einer Entfernung von etwa 3 Metern zum Wagen wurde ich aufgeklärt, dass der leibliche Vater der fünf Kinder Anzeige gegen Lisa wegen Kindesentzugs erstattet hatte und ich als unbeteiligte Person Neutralität praktizieren solle. Sofort wandte ich ein Höchstmaß an Diplomatie an, um die drei im PKW schlafenden Kleinen weiterhin ungestört zu wissen. Die beiden Ältesten jedoch verfolgten durch die zunehmend anlaufenden Wagenfenster das merklich wirre Treiben außerhalb und sahen mich phasenweise im fallenden Nebel jener kühlen Mainacht des Jahres 2007 verschwinden. Angestrengt wurde telefoniert, widerwillig nahm ein junger Uniformierter durch ein knapp geöffnetes Wagenfenster das Mobiltelefon aus dem Fahrzeuginneren, da Lisa zwischenzeitlich den zuständigen UN-Hochkommissar für Menschenrechte in Genf erreicht hatte. Jener gab dem bis eben unschlüssigen Einsatzleiter die Anweisung, die Familie sofort und ungehindert weiter fahren zu lassen. Doch unbeobachtet und gleichzeitig machte sich ein offenkundig besoffener Gendarm am Laderaum eines der Po*****-Kombi zu schaffen, kramte eine stählerne Brechstange hervor und rannte auf den PKW Lisas‘ zu. „Alle sofort raus, oder ich schlage die Scheiben ein!“, brüllte er. Bekannt selbstlos stellte ich mich dem Mann in den Weg und sprach: „Nun denn: Sollten Sie wirklich die Scheiben einschlagen wollen, müssen mich erst erschießen oder meinen Schädel zertrümmern.“

Drei Jahre später sollte mich eine Anklage wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt erreichen (welche gegen Geldleistung eingestellt wurde). Für die beiden ältesten Kinder war die Dramatik dieser Stunden verständlicher Weise ausreichend, um sich angstvoll und kraftlos ein zu pissen. In jenen Minuten größter Verzweiflung dieser Kinder hatte ich für mich beschlossen, jeden erdenklichen Schutz und all meine Talente aufzuwarten, welche mein mitfühlendes “Österreicher-Herz“ zu bieten hatte. Mein Fleisch und Blut hatte ich durch die Entführung meiner Söhne verloren, die Brut eines Anderen mochte ich nun willig annehmen.

Vier Stunden nach grenzwertig-gewaltvoller Unterbrechung, der Hilfe eines UNO-Hochkommissars und massiver Intervention eines LKA-Beamten aus Berlin wurden wir vollständig aus der Anhaltung entlassen. Der Morgen graute und es war der 6. Geburtstag jenes Knaben, welchen wir liebevoll “Piccolino“ nannten. Als wir nun nach gewolltem Umweg über Österreich an der Grenze zur Schweiz angekommen waren, hatten wir die Vorbeifahrt mehrerer Polizeistreifen überstanden und hörten das französische „C’est bon!“ des willkommen faulen Grenzpolizisten, welcher die Entgegennahme unserer Reisepässe schlicht verweigerte, um uns zeitsparend durch zu winken.

Bereits drei Kilometer nach dem Grenzübertritt steuerte ich den PKW über eine Bachbrücke auf einen knappen Wiesenstreifen zu, öffnete die vier Fenster zum Spalt, küsste Lisa und ihre Kinder, machte ein Handzeichen zur Einleitung allgemeiner Entspannung und fiel momentan in absoluten Tiefschlaf. Mit den Füßen am Armaturenbrett wachte ich nach drei Stunden der lindernden Ruhe wieder auf und fand mich im Schweiße meines Angesichts auf Schweizer Boden wieder. Erstaunlicher Weise genoss ich den Anblick einer schier zufrieden schlafenden Horde kleiner Kinder und derer Mutter, welche zu berühren ich in jenen Stunden sinniger Weise unterließ.

Problemlos ergab ich mich dem bloßen Staunen zum bis eben zurück gelegten Weg. Zwei Stunden später erwachte auch der Rest der Runde und machte lautstark glauben, dass die kollektive Stillung des Hungers der nächste Schritt auf jener Reise sein musste. Es wurden Brote, Bananen, Äpfel, Käse, Aufstrich und Getränke hervorgekramt, just neben dem PKW eine Decke ausgebreitet, die wenigen Geschenke für das Geburtstagskind drapiert und neben dem Verzehr der Köstlichkeiten ambulant ein Fest organisiert: „Happy birthday, Piccolino!“

Da die Zeit zum längeren Verbleib auf jener Wiese nicht reichte, packte man sämtliche Habseligkeiten weg, bestieg den Wagen und machte sich auf den Weg nach Genf. Unser Ziel war das rasche Erreichen der UN-Menschenrechtskonvention, welche bei der Lösung des dramatischen Konflikts zwischen Lisa und dem Berliner Jugendamt helfen sollte. Binnen weniger Stunden erreichten wir das Gebäude der Vereinten Nationen, an welchem zahlreich Personen afrikanischer, asiatischer und orientalischer Herkunft verweilten. Geschafft, doch geduldig begaben wir uns in die Reihe der Wartenden und genossen den Aufenthalt im schützenden Innenbereich des von hohen Zäunen umgebenen Areals. Etwa zwei Stunden später wurden wir an das Telefon des Sicherheitsmitarbeiters am Zugang gebeten, welcher uns Mister Smith* (*Name geändert), den diensthabenden Menschenrechtskommissär ankündigte. Lisa trat an das Telefon heran und nahm – sichtlich am Rande des Zusammenbruchs – den Hörer aus der Hand des Wachmannes. In knappen Sätzen und begleitet von Atemnot schilderte Lisa nun die Vorkommnisse in Berlin und erreichte die sofortige Audienz in den Räumlichkeiten des Hochkommissärs.

Zwei hinter einer Glaswand wartende Wachmänner baten uns sodann (ähnlich der Sicherheit an Flughäfen), unsere mitgeführte Habe auf das Förderband zum Sichtgerät zu legen und den Metalldetektor zu durchschreiten. Beim Eintreten in die mit großformatigen Bildern weltbekannter Politiker und Menschenrechtler gezierte Abteilung des Hochkommissärs bot uns der hinzu gekommene Sicherheitschef Stühle und Abstellplätze für die mit geführten Taschen sowie Jacken an. Sofort fand er Gefallen an den fünf Kindern und gestattete gerne, dass der niedliche Jubilar seine Spielzeug-Eisenbahn aufbaute. Da die Zwillinge im Alter von knapp sechs Jahren ihrer Eifersucht erlagen, kam es zum kurzen Streit zwischen dem Zwillingsjungen und seinem größeren Bruder, dem Geburtstagskind. Besonnen und breit lächelnd verließ der Sicherheitschef das Büro und kam mit 20 Schokoriegeln sowie Bananen und Pfirsichen wieder. Auch an Getränke hatte er gedacht und verteilte diese an die dankende und jubelnde Kinderschar.

Nach etwa einstündiger Wartezeit trat Mr. Smith persönlich ein und begann, uns im Stehen zu den jüngsten Geschehnissen zu befragen. Es stellte sich heraus, dass die UN-Menschenrechtskonvention größtenteils mit der Ahndung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Kriegsgebieten beschäftigt war, nicht aber – oder ungern – mit Jugendamtsthemen oder persönlichen Auseinandersetzungen zwischen einer aufgebrachten Mutter und deren Ex-Ehemann, einem in Deutschland auf Steuerzahler-Kosten hausenden Amerikaner aus dem fernen Hawaii.

So wurde die schöne Assistentin des Hochkommissars angewiesen, uns bei der Suche einer Unterkunft behilflich zu sein. Nach dem Abgang von Mr. Smith schmeichelte man Lisa noch mit einigen Höflichkeiten den Liebreiz ihrer Kinder betreffend und verabschiedete uns mit Übergabe einer Liste möglicher Nachtstätten samt deren Adressen.

Zumal die nächtliche Herbergssuche gänzlich erfolglos blieb, sahen wir uns genötigt, einen ruhigen Ort zur Nächtigung für die insgesamt 7-köpfige Kinderschar zu finden und wurden in den Weinbergen der uns bis dorthin unbekannten Ortschaft Mon-sur-Rolle fündig. Bei klarem Sternenhimmel und leichtem Bodennebel fütterten wir die Kinder, zogen diese warm an, indem wir jedes Küken mit mindestens vier Pullovern, drei Strumpfhosen und drei Paar Socken bekleideten, hüllten jene noch in Schlafsäcke und bedeckten diese final mit wasserabweisenden Planen, sodass jedes der Kinder gewiss nicht frieren musste und mit Sicherheit froh schlafen konnte. Nach kurzem Geplauder trat Stille ein und endlich bat die zarte Frau ihren unverändert wollüstigen Mann in sich. Nach etwa einer Stunde des unverfälscht wilden Treibens auf nasser Wiese und unter Aufsicht des vollen Mondes ergaben sich Lisa und ich dem Tiefschlaf der Getriebenen und Geächteten.

© Tom Landon, Autor – alle Rechte vorbehalten