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Essays - März 11, 2024

Baby-Chemie ist keine Milch!

Fassen wir es kurz: Frisch gemolkene Kuhmilch (ähnlich konstruiert ist beispielsweise Ziegenmilch) enthält rund 4,7 % Milchzucker, 3,6 % Fett, 3,4 % Milcheiweiß, 0,8 % Mineralstoffe und eine – abhängig vom Lebensraum der Kuh/Ziege – überschaubare Anzahl wichtiger Vitamine. Fertig. Das eben genannte Spektrum an Bestandteilen reichte wissentlich über Jahrtausende, um Menschenkinder bei zu geringer Milchproduktion der leiblichen Mutter reichlich zu nähren, dem Kinde also ein stabiles Überleben zu sichern.

In sogenannter “Baby-Fertignahrung” hingegen sind die folgenden Fremdstoffe fixer Bestandteil bei der Produktion (Zurechtmischung) des “Nahrungsmittels”: Palmöl, Fischöl, Sonnenblumenöl, modifizierte Stärke, Kupfer, Chrome, Süßstoffe, Jod, Rüben- oder Rohrzucker, Mikrozellulose, Benzolverbindungen, Calcium, Phosphor und zahllos (bis zu 47 Zusatzstoffe). Die als “Anfangsmilch”, “PRE-Babymilch” oder “BIO-Babynahrung” in den Läden gebotenen Chemikalien haben mit gesunder, natürlicher und nahrhafter Milch exakt nichts zu tun. Hier von “bester, kontrollierter Erstlingsnahrung” oder dem “Vollnahrungsmittel bis in das Kleinkindalter” zu werben, ist fahrlässig, gefährlich und sträflich.

Dass sich Hunderte Millionen von Müttern weltweit keine Gedanken darüber machen, was sie ihren Kleinstkindern täglich mehrfach anstelle der eigenen Muttermilch oder zumindest natürlicher Kuhmilch einverleiben, ist offenkundig. Zahllos kommt es zu Allergien, Atembeschwerden, Fettleibigkeit und Organverfettung bei Neugeborenen, Sehstörungen, Aufmerksamkeitsdefiziten. Primäre Verhaltensstörungen sind im Zunehmen.

Welche sind also die basalen Interessen der „Babynahrungshersteller“? Nun, wie auch anderswo im industriellen Umschlag von Rohstoffen geht es bei der Produktion von „Babynahrung“ – so meine Überzeugung – ausnahmslos um die Befriedigung von Profitinteressen. Zweifelsohne werden die im 2. Absatz genannten vollends milchfremden Bestandteile als „Volumensgeber“ und „Sättigungsfüller“ missbraucht.

Ich als meist hoch konzentrierter Vater und familienweiter Vorkoster habe selbstverständlich sämtlich testweise gekauften Produkte aus dem Bereich „Babynahrung“ selbst probiert. Die meisten jener Milch- und Breipulver dufteten nicht „unwohl“, jene stanken nach Tiermehl und Trockenfutter für Vierbeiner. Ernstlich. Die PRE-Milch-Varianten eines deutschen Kindernahrungserzeugers stanken allesamt nach Fischmehl, dessen Verwesungsgeruch ich aus der Zeit der „Stoppelfutter-Gaben“ zur Karpfenmast kenne.

Wenn Sie sich bitte nun rege vorstellen, dass Ihr eben geborenes Babychen, Ihr Enkel- oder Urenkelkind ob völliger Abhängigkeit vom guten Willen der leiblichen Mutter/des liebenden Vaters die obgenannte Chemiebrühe als Alleinnahrung erhält, dann wird Ihnen im Idealfall bewusst, dass Sie die frühkindliche Vergiftung, zumindest jedoch eine grundlegende Fehlernährung Ihres geliebten Kindes aus Faulheit, Unfähigkeit, Ignoranz oder gänzlicher Dummheit hinnehmen.

Sollten Sie aufgrund der Verabreichung reiner Kuhmilch Kritik aus dem losen Mundwerk von „Pädagoginnen“, „Ernährungswissenschaftlerinnen“ und/oder „Kinderpsychologinnen“ erhalten, dann empfehle ich die Präsentation des folgenden Fragenkataloges zulasten des meist weiblichen Klugscheißers: Haben Sie selbst geboren? Wenn ja: Wie oft? Haben Sie jedes Ihrer Kinder eigenständig aufgezogen, gestillt? Wenn nein: Ende der Diskussion. Nur leibliche Mütter und Väter können natürlichen Müttern und Vätern Hilfestellung geben. Kinderlose, doch „selbsternannte Experten“ müssen schnellstmöglich das Folgende lernen: Demütiges Schweigen.

© Tom Landon, Autor – alle Rechte vorbehalten